Traces of ‚Moors‘ Musik und Tanzfestival – 10 Jahre JISR // Brücke
Sa. 25.04.2026
20:00 Uhr
Carl-Orff-Saal
Das Jubiläumsfestival Traces of ‘Moors’ markiert das zehnjährige Bestehen von JISR. Seit der Gründung im Jahr 2016 hat sich das Kollektiv in der Münchner Kulturlandschaft verankert und Projekte realisiert, die musikalische Praxis mit gesellschaftlicher Reflexion verbinden. Das Jubiläum würdigt diese Entwicklung und die Bedeutung der Arbeit für die kulturelle Vielfalt der Stadt.
Vom 24. bis 25. April 2026 präsentiert das Festival im FAT CAT (Alter Gasteig) München Konzerte, Diskussionen, Workshops und Filmvorführungen. Internationale Künstlerinnen und Künstler treffen dabei auf lokale Perspektiven und bringen musikalische Traditionen aus Westafrika, Nordafrika, dem Nahen Osten und Europa zusammen. Mit dabei sind unter anderem Khadija El Warzaziya, die Frauenformation Bnat El Houariyat, das Gnawa-Projekt JIL Gnawa, die Formation Sankofa sowie das internationale Ensemble Outtaspace. Ergänzt wird das Programm durch Musiker wie Alaa Zouiten (Oud), Mountasser Naofal (Gitarre) und Somos (Percussion).
Das musikalische Spektrum reicht von der rituellen Gnawa-Musik aus Marokko mit westafrikanischen Wurzeln und arabischen Gesangstraditionen der Levante über Jazz-Improvisation bis hin zu urbaner Hip-Hop-Kultur und historischem Moriskentanz, die im Festival miteinander in einen lebendigen Dialog treten.
Der Titel verweist auf die Moriskentänzer von Erasmus Grasser, die seit dem 15. Jahrhundert zur kulturellen Überlieferung Münchens gehören. Die Figuren sind von bemerkenswerter Ambivalenz: Ihr Ursprung liegt sowohl in mittelalterlichen Konflikten als auch in der höfischen Tradition. Sie stehen für eine historische Phase, in der Einflüsse aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika auch in Mitteleuropa sichtbar wurden – ein frühes Zeugnis von Austausch und Migration als Teil urbaner Entwicklung.